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Conversion & Marketing

Online-Marketing 2027 planen: Kanäle, Budget, Kalender

Online-Marketing für 2027 planen: Kanalmix nach Reifegrad, Budget mit Grundlast und Reserve, ein Jahreskalender mit Saisonspitzen und Kennzahlen je Kanal.

18 Min. Lesezeit Online-MarketingJahresplanungKMUMarketingbudget

Kurz und einfach erklärt

Viele Betriebe planen im Herbst ihr Marketing für das nächste Jahr. Ein Plan hilft, Geld und Zeit gut zu verteilen.

Die Grundlage ist die eigene Website. Dazu kommt ein Eintrag bei Google mit den Öffnungszeiten. Fast alle Händler nutzen beides. Danach kommen Texte für die Suche, ein Newsletter und Anzeigen.

Das Geld wird in Teile geteilt. Ein Teil ist für feste Aufgaben. Ein Teil ist für Aktionen, zum Beispiel vor Weihnachten. Etwas Geld bleibt als Reserve übrig.

Ein Kalender zeigt die wichtigen Tage im Jahr. Für Aktionen im November beginnt die Arbeit schon im Sommer.

Für jeden Weg zum Kunden gibt es eine Zahl, zum Beispiel die Zahl der Anfragen. Alle drei Monate prüft man diese Zahlen und passt den Plan an.

Im Herbst entscheidet sich in vielen Betrieben, wie viel Geld und Zeit im kommenden Jahr in Online-Marketing fließen. Oft entsteht der Plan dabei aus dem Vorjahr: dieselben Anzeigen, ein Newsletter, wenn gerade Zeit ist, und eine Website, die nebenher läuft. Das Ergebnis sind Kanäle, die einzeln arbeiten, Budgets, die zur falschen Zeit ausgegeben werden, und Saisonspitzen, auf die niemand rechtzeitig vorbereitet ist. Ein Jahresplan für 2027 ordnet drei Fragen: Welche Kanäle passen zum Reifegrad des Betriebs? Wie wird das Budget aufgeteilt? Und wann muss welcher Kanal laufen, damit er zur Saison wirkt? Dieser Beitrag zeigt, welche Kanäle Handelsunternehmen heute nutzen, wie Sie den Kanalmix in Stufen aufbauen, ein Budget mit Grundlast, Aktionsanteil und Reserve rechnen, einen Kalender mit den festen Terminen 2027 anlegen und je Kanal eine Kennzahl festlegen, an der Sie im Laufe des Jahres nachsteuern.

Das Wichtigste in Kürze

  • 98 % der Handelsunternehmen ab zehn Beschäftigten werben mit der eigenen Website und ebenso viele mit Verzeichniseinträgen, 42 % mit E-Mail-Kampagnen, 34 % mit Anzeigen im Internet (Bitkom).
  • Der Kanalmix wächst in Stufen: zuerst Website und Unternehmensprofil, dann Suchmaschinenoptimierung und Inhalte, danach der Newsletter und zuletzt bezahlte Anzeigen mit eigener Zielseite.
  • Das Budget trennt Grundlast, Aktionsanteil und Reserve. Bei den meisten Kampagnen in Google Ads liegt die Monatsgrenze beim 30,4-Fachen des durchschnittlichen Tagesbudgets (Google Ads-Hilfe): Tagesbudget gleich Monatsbetrag geteilt durch 30,4.
  • Der Einzelhandel erzielt 18,5 % seines Jahresumsatzes im November und Dezember (HDE). 2027 fällt der Black Friday auf den 26. November, der 1. Advent auf den 28. November; Inhalte dafür gehören bis zum Sommer online.
  • Je Kanal eine Hauptkennzahl und ein Frühindikator mit Ausgangswert, geprüft einmal im Quartal: Anfragen über die Website, Klicks aus der Suche, Klickrate im Newsletter, Kosten je Anfrage bei Anzeigen.
  • Werbung per E-Mail braucht eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Die Ausnahme für Bestandskunden greift nur, wenn alle vier Bedingungen aus § 7 Abs. 3 UWG erfüllt sind.

Warum der Jahresplan jetzt entsteht

Für viele kleine und mittlere Betriebe beginnt das Marketingjahr nicht im Januar, sondern mit der Budgetrunde im Herbst. Dort wird festgelegt, welche Beträge für Website, Anzeigen, Inhalte und Werkzeuge bereitstehen, und meist auch, wer intern wie viel Zeit dafür hat. Wer diese Runde ohne Plan bestreitet, schreibt das Vorjahr fort. Das ist bequem, hat aber einen Haken: Die umsatzstarken Wochen am Jahresende brauchen Vorlauf. Im Einzelhandel entfallen 18,5 Prozent (HDE) des Jahresumsatzes auf November und Dezember. Für 2025 rechnete der Handelsverband Deutschland in diesen beiden Monaten mit 126,2 Milliarden Euro (HDE) Umsatz, für den Online-Handel allein mit 22,2 Milliarden Euro (HDE). Wer in diesen Wochen sichtbar sein will, legt Inhalte, Empfängerlisten und Kampagnen Monate vorher an. Ein Jahresplan macht diese Vorlaufzeiten sichtbar, bevor das Budget verteilt ist, und verhindert, dass im Oktober hektisch Geld in Anzeigen fließt, weil sonst nichts vorbereitet ist.

Welche Kanäle dabei üblich sind, zeigt eine Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 505 (Bitkom) Unternehmen aus Groß-, Einzel- und Kfz-Handel mit mindestens zehn Beschäftigten, erhoben im Frühjahr 2025. Nahezu alle bewerben ihr Angebot über Einträge in Online-Verzeichnissen, etwa bei Google (98 Prozent, Bitkom), und über die eigene Website (ebenfalls 98 Prozent, Bitkom). Online-Verkaufsplattformen nutzen 71 Prozent (Bitkom) auch zu Werbezwecken, 59 Prozent (Bitkom) betreiben eigene Profile in sozialen Netzwerken. E-Mail-Kampagnen kommen bei 42 Prozent (Bitkom) zum Einsatz, Anzeigen im Internet schalten 34 Prozent (Bitkom), bezahlte Werbung in sozialen Netzwerken 31 Prozent (Bitkom). Bewertungsplattformen setzen mit 23 Prozent (Bitkom) die wenigsten Händler aktiv für ihr Marketing ein. Die Zahlen gelten für den Handel; Dienstleister und Handwerk erfasst die Befragung nicht.

Über alle Branchen hinweg sieht das Bild ähnlich aus. Nach Eurostat hatten 2025 91,7 Prozent (Eurostat) der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten eine Website, 63,0 Prozent (Eurostat) nutzten soziale Medien. Für Werbung im Internet bezahlten 2024 38,5 Prozent (Eurostat). Die Werte beziehen sich auf alle Wirtschaftszweige ohne Landwirtschaft, Bergbau und Finanzsektor. Die Grundausstattung ist also weit verbreitet, bezahlte Reichweite deutlich weniger. Für die Planung heißt das: Eine Website und ein gepflegtes Profil heben einen Betrieb kaum noch von anderen ab, sie sind die Voraussetzung. Den Unterschied machen die Qualität dieser Basis, die Abstimmung der Kanäle untereinander und der Zeitpunkt, zu dem Geld in Reichweite fließt.

KanalAnteil der HandelsunternehmenRolle im Jahresplan
Eintrag in Online-Verzeichnissen98 %Basis: Profil mit Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos und Bewertungen pflegen
Eigene Website98 %Basis: Ziel aller anderen Kanäle, mit Anfrage- oder Bestellweg
Eigenes Profil in sozialen Netzwerken59 %nur mit festem Rhythmus und klarer Zuständigkeit
E-Mail-Kampagnen42 %Stammkunden zu Saisonterminen erreichen
Werbeanzeigen im Internet34 %Reichweite gezielt zu Spitzen einkaufen
Bezahlte Werbung in sozialen Netzwerken31 %Ergänzung, wenn die Zielgruppe dort gut erreichbar ist
Eintrag auf einer Bewertungsplattform23 %Bewertungen dort pflegen, wo Kunden vergleichen

Den Kanalmix nach Reifegrad aufbauen

Nicht jeder Kanal passt zu jedem Betrieb und zu jedem Zeitpunkt. Sinnvoll ist eine Reihenfolge, in der jede Stufe die nächste trägt. Anzeigen bringen Besucher auf die Website, aber erst eine schnelle, verständliche Seite mit klarem Anfrage- oder Bestellweg macht daraus Umsatz. Ein Newsletter braucht Abonnenten, und die kommen vor allem über die Website. Suchmaschinenoptimierung braucht Inhalte, die Fragen der Kunden beantworten. Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst Geld in Reichweite steckt, bezahlt Klicks, die auf einer schwachen Seite verpuffen. Die folgende Stufenfolge ist eine Orientierung, kein Schema: Ein Onlineshop mit eingeführter Marke steht an anderer Stelle als ein Handwerksbetrieb, der gerade seine erste eigene Website bekommt.

  1. Basis: eine Website mit aktuellen Leistungs- oder Produktseiten, funktionierendem Kontakt- oder Bestellweg und sauberer Technik, dazu ein vollständiges Unternehmensprofil mit Öffnungszeiten, Leistungen und Fotos.
  2. Sichtbarkeit: Suchmaschinenoptimierung für die Begriffe, mit denen Kunden suchen, und Inhalte, die ihre Fragen beantworten, von Ratgeberseiten bis zu Antworten auf häufige Fragen.
  3. Bindung: ein Newsletter für Bestandskunden und Interessenten, mit Anmeldung auf der Website und einem festen Rhythmus, der zu den Saisonterminen passt.
  4. Beschleunigung: bezahlte Anzeigen in der Suche oder in sozialen Netzwerken, gezielt zu Saisonspitzen und mit einer eigenen Zielseite je Aktion.

Soziale Netzwerke gehören nicht automatisch in den Plan. In der Bitkom-Befragung nennen Händler mit eigenem Profil in sozialen Netzwerken am häufigsten den laufenden Aufwand für neue Inhalte als Schwierigkeit: 46 Prozent (Bitkom) sehen im regelmäßigen Posten die zentrale Hürde. Ein Profil, das im März zuletzt bespielt wurde, wirkt im November eher wie ein Hinweis auf fehlende Kapazität. Wer soziale Netzwerke nutzt, plant deshalb einen Rhythmus, den das Team ohne Kraftakt hält, mit festen Terminen und zusätzlichen Beiträgen zu den Aktionsterminen, und legt fest, wer Kommentare beantwortet. Fehlt diese Kapazität, ist ein gepflegtes Unternehmensprofil mit aktuellen Fotos und Beiträgen zu Aktionen oft die bessere Wahl. Wie Sie das Profil vollständig einrichten und Bewertungen seriös aufbauen, beschreibt unser Beitrag zum Google-Unternehmensprofil.

Wo ein Betrieb steht, lässt sich mit wenigen Fragen klären. Lädt die Website auf dem Smartphone zügig, und führt jede Leistungsseite zu einer Anfrage? Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummer und Leistungen im Profil? Gibt es Inhalte, die zu den wichtigsten Suchbegriffen gefunden werden? Liegt eine Liste mit Einwilligungen für einen Newsletter vor? Und ist messbar, woher Anfragen kommen? Jede Frage, die mit Nein beantwortet wird, ist ein Kandidat für das erste Quartal. Erst wenn die Basis steht, lohnt es sich, Budget in Reichweite zu verschieben. Wie Website, Shop und Suchmaschinenoptimierung als ein System ineinandergreifen, beschreibt unser Beitrag zu Website, Onlineshop und SEO aus einer Hand.

Das Budget aufteilen: Grundlast, Aktionen, Reserve

Ein Marketingbudget besteht aus mehr als dem Betrag für Anzeigen. Zur Grundlast gehören die laufenden Kosten, die unabhängig von Aktionen anfallen: Betreuung und Hosting der Website, Werkzeuge für Newsletter und Auswertung, die Pflege des Unternehmensprofils und die regelmäßige Arbeit an Inhalten und Suchmaschinenoptimierung. Dazu kommt der Aktionsanteil, also Geld, das zu bestimmten Zeiten in Reichweite fließt, vor allem Anzeigen. Ein dritter Posten wird oft vergessen: eine Reserve für Gelegenheiten und Nachsteuerung, die erst im Quartalstermin verteilt wird. Und schließlich zählt die eigene Arbeitszeit. Ein Newsletter, der monatlich erscheinen soll, braucht jemanden, der ihn schreibt, auch wenn das Versandwerkzeug wenig kostet. Wer diese Stunden nicht einplant, hat im Juni einen Plan, aber keine Ausgabe.

Wie eine Aufteilung aussehen kann, zeigt ein Rechenbeispiel mit Platzhalterwerten, das ausdrücklich kein Richtwert ist (Beispiel): Ein Betrieb plant für 2027 insgesamt 12.000 Euro. Davon gehen 20 Prozent an die Website, 5 Prozent an das Unternehmensprofil, 30 Prozent an Suchmaschinenoptimierung und Inhalte, 10 Prozent an den Newsletter und 35 Prozent an Anzeigen. Innerhalb des Anzeigenbetrags bleibt ein Teil als Reserve zunächst unverplant. Die tatsächliche Verteilung hängt von Branche, Ausgangslage und Zielen ab. Ein Onlineshop mit starker Saison legt mehr in Anzeigen zum Jahresende, ein Dienstleister mit regionalem Einzugsgebiet mehr in Profil und lokale Sichtbarkeit, ein Betrieb mit veralteter Website zuerst mehr in die Basis.

KanalBetrag 2027WofürZeitliche Verteilung
Website2.400 EuroBetreuung, Aktionsseiten, Verbesserungen am Anfrageweglaufend, Saisonseiten von Juli bis September
Unternehmensprofil600 EuroFotos, Pflege der Angaben, Beiträge zu Aktionenvor jeder Saison und vor Feiertagen
SEO und Inhalte3.600 EuroRatgeberseiten, Überarbeitung bestehender Seiten, TechnikSchwerpunkt im ersten Halbjahr
Newsletter1.200 EuroVersandwerkzeug, Vorlagen, Textemonatlich, zusätzliche Ausgaben zu Ostern und im Advent
Anzeigen4.200 EuroSuchanzeigen zu Saisonspitzen, davon 1.200 Euro ReserveFrühjahr sowie November und Dezember

Für Anzeigen in der Google-Suche lohnt ein Blick auf die Abrechnungslogik, bevor Monatsbeträge im Plan stehen. Google Ads arbeitet mit einem durchschnittlichen Tagesbudget, das an einzelnen Tagen überschritten werden darf: Bei den meisten Kampagnen liegt die Grenze für tägliche Ausgaben beim Doppelten (Google Ads-Hilfe) des durchschnittlichen Tagesbudgets. Über den Monat gilt dagegen eine feste Obergrenze, bei den meisten Kampagnen das 30,4-Fache (Google Ads-Hilfe) des durchschnittlichen Tagesbudgets. Für den Plan heißt das: Das Tagesbudget ergibt sich aus dem Monatsbetrag geteilt durch 30,4. Wer für November 1.000 Euro einplant, stellt rund 33 Euro Tagesbudget ein. Soll der Schwerpunkt auf der Black Week liegen, wird das Budget für diese Tage gezielt angehoben und danach zurückgesetzt. Wie Gebote und Budget rund um die Aktionstage vorbereitet werden, beschreibt unser Beitrag zu Google Ads in der Black Week.

Die Reserve verhindert, dass ein gutes Ergebnis im Frühjahr ungenutzt bleibt, weil das Geld schon verplant ist. Sie wird nicht zu Jahresbeginn verteilt, sondern im Quartalstermin dorthin gelegt, wo die Kennzahlen die meiste Wirkung zeigen. Umgekehrt gilt: Ein Kanal, der nach zwei Quartalen keine Anfragen bringt, bekommt im dritten nicht automatisch dasselbe Budget, sondern zuerst eine Ursachenprüfung. Prüfen Sie bei der Budgetrunde auch laufende Verträge für Werkzeuge und Dienstleistungen, denn viele verlängern sich zum Jahresende. Worauf es dabei ankommt, steht in unserem Beitrag zu Website-Verträgen, Laufzeiten und Kündigungsfristen.

Der Jahreskalender 2027 mit Saisonspitzen

Der Kalender verbindet Budget und Kanäle mit den Terminen, an denen Kunden kaufen oder anfragen. Für 2027 stehen einige Daten fest: Valentinstag ist am Sonntag, 14. Februar, Ostersonntag am 28. März, Muttertag am 9. Mai und Pfingstsonntag am 16. Mai. Der Black Friday fällt auf den 26. November, der Cyber Monday auf den 29. November, der erste Advent auf den 28. November. Heiligabend ist ein Freitag. Dazu kommen die Termine der eigenen Branche: die Gartensaison im Frühjahr, die Heizungssaison im Herbst, Messen, Jubiläen oder der Beginn des Schuljahres, der je nach Bundesland auf unterschiedliche Wochen fällt. Wer diese Termine im Januar einträgt, sieht sofort, wo sich Aktionen ballen und wo ruhige Monate Raum für Arbeit an Website und Inhalten lassen.

Wie stark die Wochen vor Weihnachten wiegen, zeigen die Zahlen aus dem Handel. Neben dem eingangs genannten Anteil von 18,5 Prozent (HDE) am Jahresumsatz wollten 2025 rund die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren, 52 Prozent (Bitkom), die reduzierten Preise zu Black Friday und Cyber Week nutzen. Von ihnen wollten 69 Prozent (Bitkom) ausschließlich im Internet nach Angeboten suchen. Für den Kalender folgt daraus: Die Aktionswochen im November sind kein Termin, den man im Oktober beginnt. Zielseiten, Newsletter-Ausgaben und Anzeigen müssen stehen, bevor der Wettbewerb um Aufmerksamkeit am größten ist.

Jeder Kanal hat eine eigene Vorlaufzeit. Am längsten ist sie bei der Suchmaschinenoptimierung. Google schreibt dazu, manche Änderungen könnten nach wenigen Stunden wirken, andere erst nach mehreren Monaten (Google Search Central). Eine Ratgeberseite zu Geschenkideen oder Wartungsterminen, die im November gefunden werden soll, gehört deshalb bis zum Sommer online. Beim Newsletter braucht der Aufbau der Liste Zeit, weil jede Adresse über eine Einwilligung kommt. Anzeigen lassen sich kurzfristig schalten, brauchen aber eine fertige Zielseite und eine funktionierende Messung, sonst bleibt unklar, was sie gebracht haben. Am kürzesten ist der Vorlauf beim Unternehmensprofil: Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Beiträge zu Aktionen lassen sich wenige Tage vorher eintragen. Sie gehören trotzdem in den Kalender, damit sie nicht untergehen.

QuartalFeste Termine 2027Website und InhalteNewsletter und ProfilAnzeigen
1. QuartalValentinstag 14.02., Ostersonntag 28.03.Basis prüfen, Leistungsseiten überarbeiten, Ratgeberthemen für das Jahr festlegenAnmeldung auf der Website prüfen, Ausgabe zu Ostern, Profil vor Ostern aktualisierenkleine Frühjahrskampagne ab Mitte März
2. QuartalMuttertag 09.05., Pfingstsonntag 16.05.Ratgeberseiten für die Herbstsaison schreiben und veröffentlichenmonatliche Ausgabe, Sonderöffnungszeiten zu FeiertagenKampagne zum Muttertag, danach Auswertung
3. QuartalFerienzeit, Schuljahresbeginn je BundeslandSaisonseiten anlegen, Ladezeit und Anfrageweg testenListe pflegen, Ausgaben für November und Dezember vorbereitenKonten und Messung prüfen, Kampagnen für das vierte Quartal anlegen
4. QuartalBlack Friday 26.11., 1. Advent 28.11., Heiligabend 24.12.Aktionsseiten live, Inhaltsstopp vor der HauptsaisonAusgaben zur Black Week und im Advent, Feiertagszeiten im ProfilSchwerpunkt im November und Dezember, Reserve nach Bedarf

Für Onlineshops lohnt eine eigene Feinplanung der Hauptsaison, von Produktdaten über Versandfristen bis zum Lasttest. Einen datierten Fahrplan dafür enthält unser Beitrag zum Weihnachtsgeschäft im Onlineshop. Für Dienstleister und Handwerk sind die Spitzen oft anders verteilt: Wer Wartungen anbietet, plant die Anfragewelle vor der Heizperiode, wer Gärten anlegt, die vor dem Frühjahr. Entscheidend ist, dass der Kalender nicht nur Aktionen enthält, sondern auch die Arbeitsschritte davor, jeweils mit Namen und Datum. Ein Eintrag „Black Week“ im November hilft wenig, wenn niemand weiß, dass die Zielseite bis Ende Oktober fertig sein muss.

Kennzahlen je Kanal festlegen

Ein Plan ohne Kennzahlen lässt sich im Laufe des Jahres nicht steuern. Für jeden Kanal genügt eine Hauptkennzahl, die nah am Geschäft liegt, und ein Frühindikator, der zeigt, ob sich etwas bewegt, bevor Anfragen oder Bestellungen folgen. Mehr Zahlen machen den Bericht länger, aber nicht klüger. Wichtig ist, die Kennzahlen vor dem Start festzulegen, mit einem Ausgangswert aus dem laufenden Jahr. Sonst wird im Herbst nach der Zahl gesucht, die gut aussieht. Welche Werte für eine Unternehmenswebsite tragen und wie man sie liest, beschreibt unser Beitrag Website-Erfolg messen.

KanalHauptkennzahlFrühindikatorWo ablesen
WebsiteAnfragen oder BestellungenAnteil der Besuche mit Klick auf Kontakt oder Warenkorbeigene Auswertung der Website
UnternehmensprofilAnrufe und RoutenanfragenAufrufe des Profils, Klicks auf die WebsiteLeistungsdaten im Profil
SEO und InhalteAnfragen über die organische SucheImpressionen und Klicks zu den ZielbegriffenSearch Console
NewsletterBestellungen oder Anfragen aus der MailKlickrate und Abmeldungen je AusgabeVersandwerkzeug
AnzeigenKosten je Anfrage oder BestellungKlickrate und Conversions je KampagneGoogle Ads

Die Messung selbst sollte schlank und datenschutzfreundlich sein. Für viele Kennzahlen reicht eine Auswertung ohne personenbezogene Nutzerprofile, etwa die Zählung von Formularabsendungen und Kampagnenparameter in Links. Kennzeichnen Sie jeden Link aus Newsletter und Anzeigen mit einem eigenen Parameter, dann lässt sich später sagen, welcher Kanal eine Anfrage gebracht hat. Wie eine Auswertung ohne Cookie-Banner aussehen kann, zeigt unser Beitrag zu Website-Analytics ohne Cookie-Banner. Und wo die Kennzahlen zeigen, dass Besucher kommen, aber nicht anfragen, liegt der Hebel meist auf der Seite selbst, nicht im Kanal. Dann bringt Conversion-Optimierung mehr als zusätzliches Anzeigenbudget.

Newsletter und Anzeigen: was rechtlich in den Plan gehört

Zwei Kanäle aus dem Plan berühren das Wettbewerbsrecht unmittelbar. Werbung per E-Mail gilt als unzumutbare Belästigung, wenn keine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers vorliegt (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Eine Ausnahme gibt es für Bestandskunden, aber nur, wenn alle vier Bedingungen erfüllt sind (§ 7 Abs. 3 UWG): Die Adresse stammt aus dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung, beworben werden eigene ähnliche Angebote, der Kunde hat nicht widersprochen, und er wird bei der Erhebung und bei jeder Verwendung klar auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen. Für den Plan heißt das: Die Anmeldung mit Bestätigung per E-Mail muss stehen, bevor die erste Saisonausgabe geplant wird. Wie ein rechtssicherer Newsletter aufgebaut ist, beschreibt unser Beitrag zum E-Mail-Marketing mit Newsletter.

Bei Anzeigen liegt die rechtliche Arbeit meist auf der Zielseite. Eine Aktion braucht einen klaren Zeitraum, ihre Bedingungen gehören auf die Seite, auf die die Anzeige führt, und Preisermäßigungen folgen eigenen Regeln. Was bei Streichpreisen und Rabatten gilt, sollte vor der Black Week geklärt sein, nicht in ihr. Dasselbe gilt für Gewinnspiele, Gutscheine und Aktionen mit Partnern: Je mehr davon im Kalender steht, desto früher gehört eine kurze rechtliche Prüfung in den Ablauf. Wer Suchmaschinenoptimierung oder Anzeigen extern vergibt, sollte außerdem das Angebot genau lesen. Welche Fragen vor der Beauftragung zu stellen sind, steht in unserem Beitrag SEO- oder GEO-Angebot prüfen.

Keine Rechtsberatung

Die Hinweise zu § 7 UWG ordnen die Rechtslage für die Marketingplanung ein. Ob eine konkrete Adressliste oder Aktion zulässig ist, klärt im Einzelfall eine anwaltliche Prüfung.

Den Plan im Quartalsrhythmus nachsteuern

Ein Jahresplan ist ein Arbeitsdokument. Er wird im Januar beschlossen und danach viermal im Jahr geprüft, jeweils mit denselben Fragen. Ein fester Termin am Ende jedes Quartals reicht, wenn die Kennzahlen vorbereitet sind und eine Person den Plan verantwortet. In kleinen Betrieben ist das oft die Geschäftsführung selbst, in größeren die Marketingverantwortliche oder ein Dienstleister, der alle Kanäle im Blick hat. Wichtig ist, dass Entscheidungen festgehalten werden: Was wurde verschoben, warum, und woran sieht man im nächsten Quartal, ob es richtig war? So entsteht über das Jahr eine Grundlage, auf der die Budgetrunde für 2028 im Herbst 2027 mit gemessenen Werten beginnt statt mit dem fortgeschriebenen Vorjahr.

  • Kennzahlen je Kanal gegen den Ausgangswert und das Vorquartal stellen
  • Budgetverbrauch je Kanal mit dem Plan vergleichen und Abweichungen begründen
  • Reserve verteilen oder bewusst weiter zurückhalten
  • Termine des nächsten Quartals mit Vorlauf prüfen: Zielseiten, Ausgaben, Kampagnen
  • Basis kontrollieren: Ladezeit, Formulare, Profilangaben, veraltete Inhalte
  • Aufgaben mit Namen und Datum verteilen und im Kalender eintragen

Wer Website, Suchmaschinenoptimierung, Profil, Newsletter und Anzeigen bei verschiedenen Stellen betreuen lässt, merkt im Quartalstermin schnell, wo es hakt: Jeder Dienstleister berichtet seine eigenen Zahlen, aber niemand verantwortet das Zusammenspiel. Diese Rolle übernehmen wir beim Online-Marketing aus einer Hand: Wir erstellen mit Ihnen den Jahresplan, setzen SEO, Google Ads, Inhalte und organische Beiträge abgestimmt um und berichten monatlich mit den Kennzahlen, die vorher vereinbart sind. Die technische Basis halten wir über die Website-Betreuung aktuell, die Sichtbarkeit bauen wir über SEO, Local SEO und Content-Marketing auf, Reichweite zu Saisonspitzen kommt über Google Ads. Wie Sie einen Redaktionsplan für die Inhalte aufbauen, zeigt unser Beitrag zur Content-Marketing-Strategie für KMU.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, Studienbericht „Digitaler Handel in Deutschland“ (2026, Unternehmensbefragung von 505 Handelsunternehmen ab zehn Beschäftigten, 2025) und Presseinformation „Black Friday: Die Hälfte geht auf Schnäppchenjagd“ (24.11.2025); Eurostat, Datensätze isoc_ciweb und isoc_cismt (Unternehmen ab zehn Beschäftigten in Deutschland, 2024 und 2025); Handelsverband Deutschland (HDE), Weihnachtsprognose vom 05.11.2025; Google Ads-Hilfe, „Ausgabengrenzen“; Google Search Central, SEO-Leitfaden für Einsteiger; Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (§ 7 UWG) in der beim Bundesamt für Justiz veröffentlichten Fassung. Budgetwerte im Rechenbeispiel und in der Grafik sind Platzhalter und kein Richtwert.

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