Kurz und einfach erklärt
Die Search Console ist ein Werkzeug von Google. Sie zeigt, wie Menschen eine Website bei Google finden. Manche suchen nach dem Namen der Firma. Andere suchen nach einem Thema oder einer Leistung.
Google trennt diese zwei Gruppen jetzt selbst. Dafür gibt es einen Filter. Man wählt dort Markenbezogen oder Ohne Markenbezug. Ein Programm von Google ordnet die Suchen zu. Dabei passieren manchmal Fehler.
Den Filter gibt es nicht bei jeder Website. Die Website braucht genug Suchen. Und sie muss als Ganzes in der Search Console stehen, nicht nur ein Teil davon.
Für die Arbeit an der Suche zählt vor allem die zweite Gruppe. Diese Menschen kannten die Firma vorher nicht. Wenn ihr Teil wächst, wirkt die Arbeit an der Website.
Am Ende des Jahres lohnt ein Blick auf das Jahr davor. Wichtige Dinge kann man als Notiz in die Grafik schreiben. Dann versteht man die Zahlen auch später noch.
Wer in der Search Console auf die Klicks aus der Google-Suche schaut, sieht eine Summe aus zwei sehr verschiedenen Gruppen. Die eine kennt das Unternehmen bereits und tippt seinen Namen ein, etwa nach einer Empfehlung, einem Flyer oder einer Anzeige. Die andere sucht nach einer Leistung, einem Produkt oder einer Antwort und stößt dabei auf die Website. Für die Frage, ob Suchmaschinenoptimierung wirkt, zählt vor allem die zweite Gruppe. Bisher mussten Website-Betreiber die Markensuchen dafür von Hand herausrechnen. Am 20. November 2025 hat Google im Leistungsbericht einen eigenen Filter angekündigt, der Suchanfragen automatisch in markenbezogene und nicht markenbezogene trennt (Google Search Central Blog); seit dem 11. März 2026 steht er allen geeigneten Websites zur Verfügung (Google Search Central Blog). Dieser Beitrag erklärt, was der Filter zählt, wann er fehlt, wo seine Einordnung an Grenzen stößt, wie der Anteil der Nicht-Marken-Klicks zur Messgröße für SEO-Arbeit wird, wie ein eigener Regex-Filter als Gegenprobe dient und wie der Jahresvergleich zum Jahresende gelingt.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 11. März 2026 trennt der Leistungsbericht der Search Console bei allen geeigneten Websites Marken- und Nicht-Marken-Anfragen (Google Search Central Blog). Die Einordnung übernimmt ein KI-gestütztes System, kein Regex-Filter.
- Der Filter erscheint nur bei Properties auf oberster Ebene mit genügend Suchanfragen und Impressionen, nicht bei URL-Pfad- oder Subdomain-Properties. Fehlt er, zuerst die Property-Art prüfen und eine Domain-Property anlegen.
- Einzelne Anfragen können falsch eingeordnet sein, und anonymisierte Anfragen fehlen bei Filtern auf Suchanfragen. Die Tabelle zeigt höchstens 1.000 Zeilen (Google Search Console); eine monatliche Stichprobe deckt Fehleinordnungen auf.
- Der Anteil der Nicht-Marken-Klicks zeigt, wie viele Besucher die Website über Themen statt über den Namen finden. Weil die Hälfte (50 Prozent) der Internetnutzer ab 16 Jahren zumindest manchmal KI-Chats statt klassischer Suche nutzt (Bitkom), gehören Impressionen dazu.
- Ein eigener Regex-Filter in RE2-Syntax dient als Gegenprobe zur automatischen Einordnung und funktioniert in jeder Property. Über die Search Console API liefert er bis zu 25.000 Zeilen je Abfrage (Google Search Console API).
- Für den Jahresvergleich die letzten 16 Monate anzeigen und die letzten 3 Monate mit dem Vorjahr vergleichen (Google Search Central). Anmerkungen mit bis zu 120 Zeichen (Google Search Console) halten Relaunch, Aktionen und Umbenennungen im Diagramm fest.
Was der Markenfilter zählt
Google beschreibt eine Markenanfrage als Suchanfrage, die den Markennamen enthält, außerdem Varianten oder Tippfehler dieses Namens sowie Produkte und Dienstleistungen, die zur Marke gehören. Als Beispiel nennt der Ankündigungsbeitrag den Namen Google selbst, den Tippfehler Gogle und das Produkt Gmail (Google Search Central Blog). Übertragen auf ein mittelständisches Unternehmen heißt das: der Firmenname, der Firmenname zusammen mit Ort oder Rechtsform, gängige Verschreiber und der Name eines eigenen Produkts, das es nur bei diesem Anbieter gibt. Die Hilfe zum Leistungsbericht zählt ausdrücklich auch die eigene Domain dazu.
Im Leistungsbericht für Suchergebnisse teilt der Filter die Daten zu den Suchanfragen in zwei Ansichten (Google Search Central Blog). In der deutschen Oberfläche heißen sie „Markenbezogen“ und „Ohne Markenbezug“; erreichbar sind sie über die Filterleiste und den Filter Suchanfrage. Der Filter wirkt in allen vier Suchtypen, also Web, Bilder, Videos und News (Google Search Central Blog), und zeigt Klicks, Impressionen, durchschnittliche Position und Klickrate jeweils nur für die gewählte Gruppe. Zusätzlich hat Google dem Insights-Bericht eine Karte hinzugefügt, die alle Klicks nach Marken- und Nicht-Marken-Verkehr aufschlüsselt.
Entscheidend ist, wie die Einordnung entsteht. Sie beruht nicht auf einem regulären Ausdruck, der Begriffe ein- oder ausschließt, sondern auf einem internen, KI-gestützten System. Es erkennt den Markennamen der Website in allen Sprachen, dazu Tippfehler und auch Anfragen ohne Markennamen, die sich auf ein eindeutiges Produkt oder eine eindeutige Leistung der Website beziehen. Auf das Ranking hat der Filter nach Googles Angabe keinen Einfluss; er dient allein dazu, die Daten in der Search Console zu gliedern und auszuwerten.
Name und Domain
Der Firmenname, auch mit Ort, Rechtsform oder Branche davor oder dahinter, sowie die eigene Domain als Suchbegriff.
Varianten und Tippfehler
Verschreiber, fehlende oder vertauschte Buchstaben und Schreibweisen in anderen Sprachen, die das System dem Namen zuordnet.
Eigene Produkte
Produkte und Leistungen, die eindeutig zur Website gehören, auch wenn der Firmenname in der Anfrage gar nicht vorkommt.
Der Filter gehört zu einer Reihe von Auswertungshilfen, die Google in kurzer Folge in die Search Console gebracht hat. Am 27. Oktober 2025 kamen die Abfragegruppen im Insights-Bericht, die ähnliche Suchanfragen per KI zusammenfassen (Google Search Central Blog), am 17. November 2025 die eigenen Anmerkungen im Leistungsdiagramm (Google Search Central Blog). Zusammen ermöglichen sie eine Auswertung, für die früher Tabellenkalkulation und viel Handarbeit nötig waren: Suchanfragen gruppieren, Markensuchen abtrennen und Ereignisse im Zeitverlauf markieren.
Wann der Filter fehlt: Property und Datenmenge
Nicht jede Search-Console-Property zeigt den Filter. Google nennt dafür folgende Gründe: Er steht nur für Properties auf oberster Ebene zur Verfügung, nicht für URL-Pfad-Properties wie example.com/pfad und nicht für Subdomain-Properties. Außerdem braucht die Website ein ausreichendes Volumen an Suchanfragen und Impressionen, damit die Signale für die Einordnung tragen. Die Hilfe zum Insights-Bericht ergänzt, dass die Karte zu Marken- und Nicht-Marken-Verkehr bis zum vollständigen Start nicht bei allen geeigneten Websites erscheinen muss.
Welche Property-Art vorliegt, entscheidet sich beim Anlegen. Eine Domain-Property umfasst alle Subdomains wie www oder m und alle Protokolle; bestätigt wird sie über einen DNS-Eintrag. Eine URL-Präfix-Property enthält dagegen nur Adressen, die mit dem angegebenen Präfix samt Protokoll beginnen, und lässt sich auf mehreren Wegen bestätigen, etwa mit einer HTML-Datei. Wer seine Website einst als URL-Präfix-Property angelegt hat, weil der Zugang zur DNS-Verwaltung fehlte, arbeitet womöglich bis heute nur mit dieser Variante.
Fehlt der Filter, lohnt deshalb zuerst der Blick auf die Property. Zeigt die vorhandene Property ihn nicht, kann eine zusätzliche Domain-Property für die Hauptdomain helfen: Sie bündelt alle Varianten der Adresse unter einem Dach. Die bisherige Property bleibt daneben bestehen. Reicht das Suchvolumen dagegen nicht aus, bleibt der eigene Regex-Filter der Weg, Markensuchen herauszurechnen. Wer die Search Console im Rahmen einer Website-Betreuung pflegen lässt, sollte die Property-Art dort einmal klären lassen.
Schnelltest in der Oberfläche
Wo die Einordnung an Grenzen stößt
Google weist selbst darauf hin, dass einzelne Anfragen wegen der dynamischen und kontextabhängigen Natur der Markenerkennung gelegentlich falsch eingeordnet werden. Im Alltag kleiner und mittlerer Unternehmen gibt es dafür naheliegende Auslöser. Besteht der Firmenname aus einem Gattungsbegriff und einem Nachnamen, kann eine allgemeine Anfrage zur Leistung als Marke durchgehen oder umgekehrt. Hat das Unternehmen den Namen gewechselt, sucht ein Teil der Kundschaft weiter nach dem alten. Und ein Produktname, der zugleich ein gewöhnliches Wort ist, lässt sich ohne Kontext kaum einer Marke zuordnen.
Dazu kommen Grenzen, die für jeden Filter auf Suchanfragen gelten. Sehr seltene Anfragen zeigt die Search Console zum Schutz der Privatsphäre nicht an; diese anonymisierten Anfragen fließen in die Summen des Diagramms ein, solange kein Filter auf Suchanfragen gesetzt ist. Bei einem solchen Filter müssen die Summen von Treffern und Nicht-Treffern deshalb nicht die ungefilterte Gesamtzahl ergeben. Weil auch der Markenfilter bei den Suchanfragen ansetzt, kann die Summe aus Marke und Nicht-Marke unter der Gesamtzahl liegen. Die Tabelle unter dem Diagramm zeigt zudem höchstens 1.000 Zeilen (Google Search Console); seltene Anfragen fehlen dort, obwohl sie im Diagramm mitgezählt werden.
Für die laufende Auswertung zählt außerdem der Zeitversatz. Erhobene Daten stehen in der Regel nach 2 bis 3 Tagen bereit (Google Search Console), die jüngsten Werte können vorläufig sein und sich noch ändern. Tageswerte führt der Bericht in pazifischer Zeit, Wochen laufen von Sonntag bis Samstag. Wer Monatswerte mit dem eigenen Anfrageeingang oder dem Kassensystem vergleicht, rechnet deshalb mit kleinen Verschiebungen an den Rändern eines Zeitraums.
- Die klickstärksten Anfragen der Ansicht „Ohne Markenbezug“ durchsehen: Stehen dort der Firmenname, ein alter Name, eine Abkürzung oder ein eigenes Produkt?
- In der Ansicht „Markenbezogen“ nach Anfragen suchen, die nur eine Leistung und einen Ort nennen.
- Namen von Inhabern, Standorten und eigenen Produkten notieren; sie sind Kandidaten für den eigenen Regex-Filter.
- Auffällige Anfragen mit Datum festhalten, um im Folgemonat zu sehen, ob die Einordnung stabil bleibt.
Der Nicht-Marken-Anteil als Maß für SEO-Arbeit
Eine Website allein unterscheidet ein Unternehmen kaum noch von anderen: 91,7 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten hatten 2025 eine (Eurostat). Den Unterschied macht, ob Menschen sie finden, die den Namen noch nicht kennen. Markenanfragen und Nicht-Marken-Anfragen verhalten sich dabei unterschiedlich. Markenanfragen führen laut Google typischerweise zu höher platzierten Seiten und höheren Klickraten, während Nicht-Marken-Anfragen organisches Wachstum zeigen, weil sie abbilden, wie neue Nutzer ohne vorherige Absicht auf die Website stoßen. Wer beide Gruppen zusammen betrachtet, sieht deshalb eine Durchschnittsposition und eine Klickrate, die keiner der beiden Gruppen entspricht.
Ein Beispiel: Steigt die Zahl der Klicks im Herbst, kann das an einer Plakataktion liegen, nach der mehr Menschen den Firmennamen suchen. Mit Suchmaschinenoptimierung hat das wenig zu tun. Umgekehrt kann eine gute Ratgeberseite neue Besucher bringen, während die Markensuchen saisonal zurückgehen; in der Summe sieht das wie Stillstand aus. Erst die Trennung zeigt, welche Entwicklung hinter der Gesamtzahl steckt, und damit, ob die Arbeit an Inhalten und Technik neue Kundschaft erreicht.
Als Kennzahl eignet sich der Anteil der Nicht-Marken-Klicks an allen Klicks. Er sagt, welcher Teil der Besucher aus der Google-Suche die Website über ein Thema statt über den Namen findet. Daneben gehören die absoluten Zahlen, denn ein Anteil kann auch steigen, weil die Markensuchen sinken. Die Search-Console-Hilfe empfiehlt ohnehin, sich mehr auf die Entwicklung von Impressionen und Klicks zu konzentrieren als auf die Position allein.
So rechnet die Kennzahl
Der Anteil verlangt Kontext, weil sich das Suchverhalten verschiebt. Die Hälfte (50 Prozent) der Internetnutzer ab 16 Jahren in Deutschland nutzt zumindest manchmal einen KI-Chat statt der klassischen Internetsuche (Bitkom), 47 Prozent suchen weiterhin ausschließlich klassisch (Bitkom). Bei den KI-Zusammenfassungen, die Suchmaschinen vor den Ergebnissen einblenden, nutzen 24 Prozent diese häufig, ohne die Suchergebnisse anzusehen (Bitkom), während 43 Prozent auf die Ergebnisse klicken, um sich selbst ein Bild zu machen (Bitkom). Gerade bei allgemeinen Fragen, also bei Nicht-Marken-Anfragen, können deshalb die Impressionen wachsen, während die Klicks stagnieren. Welche Rolle Übersichten mit KI für die Sichtbarkeit spielen, beschreibt der Beitrag zu AI Overviews und Website-Sichtbarkeit.
Für die Bewertung heißt das: Steigen die Impressionen ohne Markenbezug, während die Klicks gleich bleiben, ist die Website bei mehr Themen sichtbar, wird aber seltener angeklickt. Dann lohnt der Blick auf Titel, Beschreibung und die Frage, ob die Seite eine Antwort liefert, die über eine Zusammenfassung hinausgeht. Wie sich Suchzahlen mit Anfragen und Umsätzen verbinden lassen, zeigt der Beitrag Website-Erfolg messen.
Der eigene Regex-Filter als Gegenprobe
Vor dem automatischen Filter war der reguläre Ausdruck der übliche Weg, Markensuchen herauszurechnen. Google hat Regex-Filter für Suchanfragen und Seiten am 7. April 2021 in die Leistungsberichte gebracht und sie ausdrücklich mit dem Beispiel eines Firmennamens und seiner Abkürzungen erklärt (Google Search Central Blog). Der Filter verwendet die RE2-Syntax, sucht standardmäßig nach Teiltreffern irgendwo in der Anfrage und unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung; wer das ändern will, setzt (?-i) an den Anfang des Ausdrucks.
Der automatische Filter macht den eigenen Ausdruck nicht überflüssig. Er dient als Gegenprobe: Wo beide Zahlen deutlich auseinanderliegen, ordnet das System Anfragen anders ein als die eigene Liste, und genau diese Anfragen lohnen einen Blick. Außerdem funktioniert der Regex-Filter in jeder Property, auch dort, wo der automatische Filter fehlt, und er lässt sich mit dem Vergleichsmodus kombinieren. Für mehrere Begriffe werden die Werte mit einem senkrechten Strich getrennt und in Klammern gesetzt.
# Markenanfragen: Firmenname, Schreibvarianten, alter Name, eigenes Produkt
(firmenname|firmen name|firmenmane|alter firmenname|produktname)
# Gegenprobe: dieselbe Liste mit der Option für Nicht-Übereinstimmung
# zeigt alle Anfragen ohne diese Begriffe- In der Ansicht „Ohne Markenbezug“ die klickstärksten Anfragen der letzten drei Monate exportieren.
- Firmennamen, alte Namen, Abkürzungen, Inhabernamen und eigene Produktnamen sammeln, einschließlich der Verschreiber aus der Tabelle.
- Die Begriffe mit senkrechtem Strich verbinden und in Klammern setzen; Leerzeichen gehören zum Muster.
- Den Ausdruck als benutzerdefinierten Filter auf Suchanfragen anwenden und die Summe mit der Ansicht „Markenbezogen“ vergleichen.
- Den Ausdruck mit Datum in der eigenen Dokumentation ablegen und bei neuen Produkten, Standorten oder Namen erweitern.
| Merkmal | Filter Markenbezogen / Ohne Markenbezug | Eigener Regex-Filter |
|---|---|---|
| Grundlage | internes, KI-gestütztes System von Google | eigene Liste von Begriffen in RE2-Syntax |
| Tippfehler und Sprachen | werden erkannt, ohne dass sie jemand einträgt | nur, was im Ausdruck steht |
| Eigene Produkte ohne Firmennamen | werden erkannt, wenn sie eindeutig zur Website gehören | nur, was im Ausdruck steht |
| Verfügbarkeit | Properties auf oberster Ebene mit genügend Anfragen und Impressionen | jede Property |
| Pflege | keine, gelegentliche Fehleinordnung möglich | bei neuen Namen und Produkten nachziehen |
| Search Console API | in der Dokumentation der Suchanalyse nicht aufgeführt | über die Operatoren includingRegex und excludingRegex |
Für Auswertungen außerhalb der Oberfläche bietet die Search Console API die Operatoren includingRegex und excludingRegex in RE2-Syntax; eine Abfrage liefert bis zu 25.000 Zeilen (Google Search Console API). Einen Filter für Markenanfragen führt die Dokumentation der Schnittstelle bisher nicht auf. Wer die Trennung in eigenen Auswertungen oder Tabellen fortschreiben will, braucht deshalb weiterhin den eigenen Ausdruck.
Der Jahresvergleich zum Jahresende
Zum Jahresende liegt die Frage nahe, was die Website im ablaufenden Jahr gebracht hat. Google rät bei der Analyse von Rückgängen im Suchverkehr, im Datumsfilter die letzten 16 Monate zu wählen, damit wiederkehrende Effekte wie Feiertage oder saisonale Trends sichtbar werden (Google Search Central). Für den direkten Vergleich empfiehlt derselbe Leitfaden, die letzten 3 Monate mit dem Vorjahreszeitraum zu vergleichen (Google Search Central) und dabei alle Reiter durchzugehen: Suchanfragen, Seiten, Länder, Geräte und Darstellung in der Suche.
Beim Vergleich zweier Zeiträume empfiehlt die Hilfe die wöchentliche oder monatliche Darstellung, weil sie den Wochentagseffekt ausgleicht, der entsteht, wenn etwa ein Montag mit einem Samstag verglichen wird. Die Ansichten „Markenbezogen“ und „Ohne Markenbezug“ lassen sich mit dem Datumsvergleich kombinieren: zuerst den Filter setzen, dann im Datumsfilter den Vergleich wählen. Die Tabelle zeigt danach eine Spalte mit der Differenz, nach der sich sortieren lässt, um die größten Gewinner und Verlierer unter den Seiten und Anfragen zu finden.
Vorab sollte eine Frage geklärt sein: Reichen die Werte des Markenfilters in der eigenen Property bis ins Vorjahr zurück? Die Search-Console-Hilfe nennt Daten ab dem 11. März 2025 (Google Search Console) und bezeichnet diesen Tag als Einführung des Filters. Das passt nicht zum Ankündigungsbeitrag vom 20. November 2025, der die Freigabe für alle geeigneten Websites auf den 11. März 2026 datiert (Google Search Central Blog). Ob der automatische Filter den Vorjahreszeitraum abdeckt, lässt sich deshalb nur in der eigenen Property klären: Ein Blick auf die letzten 16 Monate in der Ansicht „Markenbezogen“ zeigt, ab wann Werte vorliegen. Fehlen sie für den Vergleichszeitraum, springt der eigene Regex-Filter ein, der den gesamten gespeicherten Zeitraum abdeckt.
Damit der Vergleich später lesbar bleibt, gehören Ereignisse in die Grafik. Eigene Anmerkungen setzt man per Rechtsklick auf das Diagramm, mit Datum und einer Notiz von bis zu 120 Zeichen (Google Search Console). Je Property sind bis zu 200 Anmerkungen möglich (Google Search Console), nach 500 Tagen werden sie automatisch gelöscht (Google Search Console), also etwas nach dem Ende des 16-Monats-Fensters. Im Vergleichsmodus und in der 24-Stunden-Ansicht blendet der Bericht Anmerkungen allerdings aus; sichtbar sind sie in der einfachen Zeitreihe, etwa über die letzten 16 Monate. Anmerkungen sehen alle Nutzer der Property; Namen, Telefonnummern oder andere personenbezogene Angaben gehören deshalb nicht hinein.
- Relaunch oder Umzug der Website mit Datum der Umstellung
- Umbenennung des Unternehmens, eines Standorts oder eines Produkts
- Start und Ende von Plakat-, Radio- oder Anzeigenaktionen, die Markensuchen auslösen können
- Veröffentlichung neuer Leistungs- oder Ratgeberseiten
- Änderungen an Titeln und Beschreibungen wichtiger Seiten
- Feiertage, Betriebsferien und Saisonspitzen, die die Nachfrage verschieben
Ein Relaunch verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil er Adressen und Seitentitel verändert; worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust. Für Onlineshops verschiebt zudem das Weihnachtsgeschäft die Werte. Wer im Dezember mit Lieferterminen wirbt, findet die rechtlichen Fragen dazu im Beitrag Lieferung bis Weihnachten; für die Auswertung zählt, dass Aktionen und Saison im Vorjahresvergleich auf beiden Seiten stehen.
Wer die Werte über die 16 Monate hinaus vergleichen will, muss sie sichern. Google nennt dafür die Search Analytics API und den Bulk-Datenexport, mit denen sich Daten abrufen und in eigenen Systemen speichern lassen (Google Search Central). Für kleinere Websites genügt oft ein monatlicher Export beider Ansichten in eine Tabelle, ergänzt um den Nicht-Marken-Anteil und eine Zeile mit den Anmerkungen des Monats.
So wird die Auswertung zur Routine
Der Filter entfaltet seinen Nutzen, wenn er regelmäßig und nach demselben Muster gelesen wird. Die Standardansicht des Leistungsberichts zeigt Klicks und Impressionen der letzten drei Monate (Google Search Console). Für den Monatsblick genügt es, den Zeitraum auf den Vormonat zu stellen und beide Ansichten nacheinander aufzurufen. Einmal im Quartal kommt der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum hinzu, einmal im Jahr der Blick über die vollen 16 Monate.
- Property prüfen: Zeigt sie den Filter mit „Markenbezogen“ und „Ohne Markenbezug“?
- Ansicht „Ohne Markenbezug“ öffnen, Klicks und Impressionen des Vormonats notieren.
- Ansicht „Markenbezogen“ öffnen, dieselben Werte notieren und daraus den Nicht-Marken-Anteil berechnen.
- Im Reiter Seiten der Ansicht „Ohne Markenbezug“ prüfen, welche Seiten neue Besucher bringen und welche verloren haben.
- Eine Stichprobe auf Fehleinordnungen nehmen und den eigenen Regex-Filter bei Bedarf ergänzen.
- Wichtige Ereignisse des Monats als Anmerkung im Diagramm festhalten.
Aus Seiten mit vielen Impressionen ohne Markenbezug, aber wenigen Klicks entstehen konkrete Aufgaben. Die Search-Console-Hilfe nennt als Ansatz, Titel und Beschreibung der Seite zu überarbeiten oder den Inhalt besser auf die Anfragen auszurichten, für die sie erscheint. Welche Begriffe dabei zählen, zeigt die Keyword-Recherche; welche älteren Seiten überarbeitet oder zusammengelegt werden sollten, klärt ein Content-Audit.
Für lokale Betriebe hat die Trennung eine Besonderheit: Anfragen nach einer Leistung mit Ortsangabe sind Nicht-Marken-Anfragen und damit das Feld, auf dem Local SEO arbeitet. Steigen sie nach der Pflege des Google-Unternehmensprofils, ist das ein Hinweis auf Wirkung; belastbar wird er erst im Abgleich mit Anrufen und Anfragen. Wer dagegen vor allem über den Namen gefunden wird, hat bei neuen Kunden noch Luft nach oben, auch wenn die Gesamtzahl der Klicks gut aussieht.
Wer einen Dienstleister mit Suchmaschinenoptimierung beauftragt, kann den Nicht-Marken-Anteil zur gemeinsamen Messgröße machen und in jedem Bericht neben die absoluten Zahlen stellen. Welche Fragen vor dem Auftrag geklärt sein sollten, steht im Beitrag SEO- oder GEO-Angebot prüfen. Für das kommende Jahr liefert die Trennung die Ausgangswerte, mit denen sich Ziele im Online-Marketing-Plan für 2027 formulieren lassen.
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