Eine Website wird nicht dadurch gefunden, dass sie schön ist, sondern dadurch, dass sie die Wörter enthält, die Menschen bei der Suche tatsächlich eingeben. Genau darum geht es bei der Keyword-Recherche: herauszufinden, wonach die eigene Zielgruppe sucht, mit welcher Absicht sie das tut und wie man die eigenen Seiten darauf ausrichtet. Rund 90 Prozent (StatCounter) der Websuchen in Deutschland laufen über Google, und ein wachsender Teil dieser Suchen endet ohne Klick, weil die Antwort schon auf der Ergebnisseite steht. Wer hier sichtbar sein will, muss die richtigen Begriffe an den richtigen Stellen platzieren. Dieser Beitrag erklärt die Grundlagen für Einsteiger in vier Schritten: die Suchintention verstehen, relevante Begriffe finden, den Wettbewerb einschätzen und die Keywords sinnvoll auf Seiten verteilen. Kein Werkzeug und kein Trick ersetzt dabei das Verständnis dafür, wie Menschen suchen, und genau dieses Verständnis lässt sich lernen.
Was Keyword-Recherche wirklich bedeutet
Ein Keyword ist schlicht der Begriff oder die Wortgruppe, die jemand in ein Suchfeld tippt. Keyword-Recherche ist der Prozess, diese Begriffe systematisch zu sammeln, zu bewerten und den eigenen Seiten zuzuordnen. Das Ziel ist nicht, möglichst viele Wörter unterzubringen, sondern die wenigen Begriffe zu finden, die zu Ihrem Angebot passen und mit denen echte Interessenten suchen. Ein Handwerksbetrieb, der auf das Wort mit dem höchsten Suchvolumen setzt, gewinnt wenig, wenn dieses Wort für sein konkretes Angebot gar nicht steht. Relevanz schlägt Volumen, und diese Erkenntnis prägt jede gute Recherche.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen kurzen und langen Suchbegriffen. Kurze Begriffe wie Webdesign werden oft gesucht, sind aber unspezifisch und stark umkämpft. Lange, konkrete Phrasen wie Webdesign für Steuerberater in Hannover werden seltener gesucht, treffen aber eine klare Absicht und lassen sich leichter erreichen. Diese langen Phrasen nennt man Long-Tail-Keywords. Dass es davon unerschöpflich viele gibt, zeigt eine Zahl von Google selbst: Rund 15 Prozent (Google) der täglichen Suchanfragen wurden noch nie zuvor in dieser Form gestellt. Für kleine und mittlere Unternehmen liegt genau in diesen spezifischen Begriffen die größte Chance.
Kurz erklärt: Short-Tail und Long-Tail
Schritt 1: Die Suchintention verstehen
Bevor man Begriffe sammelt, sollte man verstehen, warum jemand überhaupt sucht. Diese Absicht hinter einer Suchanfrage nennt man Suchintention, und sie ist das Herzstück moderner Suchmaschinenoptimierung. Google versucht seit Jahren, nicht nur Wörter abzugleichen, sondern die dahinterliegende Absicht zu erkennen und die passendste Antwort zu liefern. Wer eine Seite auf einen Begriff optimiert, dessen Absicht sie gar nicht erfüllt, wird selten oben stehen, selbst wenn das Wort mehrfach im Text vorkommt. Deshalb steht die Suchintention am Anfang jeder Recherche, noch vor der Begriffssuche.
In der Praxis lassen sich vier Grundtypen unterscheiden. Bei der informativen Suche will jemand etwas wissen oder verstehen. Bei der kommerziellen Suche vergleicht jemand Angebote und bereitet eine Entscheidung vor. Bei der transaktionalen Suche will jemand handeln, also kaufen, buchen oder anfragen. Und bei der navigationalen Suche will jemand zu einer bestimmten Seite oder Marke. Dieselbe Wortfamilie kann je nach Zusatz eine völlig andere Absicht tragen: Wie funktioniert eine Wärmepumpe ist informativ, Wärmepumpe kaufen ist transaktional. Die folgende Tabelle ordnet die vier Typen den passenden Seitenarten zu.
| Suchintention | Beispiel-Suchanfrage | Passende Seite |
|---|---|---|
| Informativ (wissen wollen) | was ist barrierefreie Website | Ratgeber, Blog-Artikel, FAQ |
| Kommerziell (vergleichen) | webagentur oder Baukasten | Vergleichsseite, Leistungsseite |
| Transaktional (handeln) | webdesign hannover anfragen | Angebots- oder Kontaktseite |
| Navigational (Marke suchen) | XICWEB kontakt | Startseite, Kontaktseite |
Der praktische Test ist einfach: Geben Sie einen Begriff selbst bei Google ein und schauen Sie sich an, welche Art von Seiten oben steht. Sind es Ratgeber und Anleitungen, ist die Absicht informativ. Sind es Produkt- und Angebotsseiten, ist sie transaktional. Diese Ergebnisliste ist die ehrlichste Auskunft darüber, was Google für die richtige Antwort hält, und sie kostet nichts. Wer die Absicht falsch einschätzt und etwa eine reine Verkaufsseite auf einen informativen Begriff ausrichtet, kämpft gegen die Erwartung der Suchenden an.
Schritt 2: Relevante Begriffe finden
Sind die Absichten geklärt, geht es ans Sammeln. Der beste Startpunkt sind keine Werkzeuge, sondern das eigene Wissen über die Kundschaft: Mit welchen Worten beschreiben Kunden ihr Problem, welche Fragen stellen sie am Telefon, welche Formulierungen tauchen in E-Mails auf? Diese echte Sprache ist wertvoller als jede Vermutung, denn Menschen suchen selten in Fachbegriffen. Ein Dachdecker wird häufiger mit Dach undicht was tun gesucht als mit dem korrekten Fachwort. Sammeln Sie in dieser Phase breit und ungefiltert, das Sortieren kommt später.
Danach helfen kostenlose Quellen, die Liste zu erweitern. Die Autovervollständigung von Google zeigt beim Tippen echte, häufige Suchanfragen. Der Abschnitt Ähnliche Fragen sowie die verwandten Suchanfragen am Seitenende liefern weitere Formulierungen und ganze Fragen. Auch die eigene Website-Statistik und die Google Search Console zeigen, mit welchen Begriffen Menschen bereits auf Ihre Seite gelangen. Wer Anzeigen schaltet, findet zusätzliche Ideen in unserem Beitrag zu Google Ads für den Einstieg. Die folgende Liste fasst die wichtigsten kostenlosen Quellen zusammen.
- Eigenes Wissen: Kundenfragen, E-Mails, Telefonate, Angebotsgespräche
- Google-Autovervollständigung: echte Suchanfragen beim Tippen
- Abschnitt Ähnliche Fragen und verwandte Suchanfragen unten auf der Ergebnisseite
- Google Search Console: Begriffe, über die Ihre Seite bereits gefunden wird
- Synonyme und regionale Varianten desselben Produkts oder Dienstes
- Fragewörter wie was, wie, warum, wo für informative Long-Tail-Begriffe
Aus diesem Rohmaterial entsteht eine Liste, die Sie in Themengruppen ordnen. Begriffe, die dieselbe Absicht und dasselbe Thema teilen, gehören zusammen und später auf dieselbe Seite. Aus Webdesign Kosten, was kostet eine Website und Preis Homepage wird eine einzige Preisseite, nicht drei konkurrierende Unterseiten. Diese Bündelung verhindert, dass Sie mit sich selbst um Rankings konkurrieren, und ist die Brücke zwischen Sammeln und Verteilen.
Schritt 3: Den Wettbewerb einschätzen
Nicht jeder Begriff ist realistisch erreichbar. Ein junges Unternehmen wird für ein hart umkämpftes Wort wie Versicherung kaum auf die erste Seite kommen, egal wie gut der Text ist. Deshalb gehört zu jeder Recherche eine nüchterne Einschätzung des Wettbewerbs. Sie müssen dafür kein teures Werkzeug kaufen. Schon der Blick auf die Ergebnisseite verrät viel: Stehen dort große, etablierte Marken und umfangreiche Ratgeber, ist der Begriff schwer. Finden sich dagegen ältere, dünne oder unspezifische Seiten, gibt es eine Lücke, in die eine bessere Seite stoßen kann.
Für Einsteiger ist die kluge Strategie, gezielt in Nischen zu gehen, statt gegen die großen Begriffe anzurennen. Genau hier zeigt sich der Wert der Long-Tail-Keywords: Sie werden weniger gesucht, sind aber deutlich leichter zu erreichen und ziehen Besucher an, die schon genau wissen, was sie wollen. Diese Kombination aus geringerem Wettbewerb und höherer Kaufbereitschaft macht spezifische Begriffe für kleine Unternehmen oft wertvoller als die großen Massenbegriffe. Wie viel Konkurrenz um Sichtbarkeit herrscht, macht eine Zahl deutlich: Rund 96 Prozent (Ahrefs) aller Seiten im Netz erhalten keinerlei Suchbesucher von Google, meist weil sie auf zu schwere Begriffe zielen oder gar nicht gefunden werden.
Die richtige Balance
Schritt 4: Keywords sinnvoll verteilen
Der letzte Schritt entscheidet, ob aus der Recherche eine funktionierende Website wird. Die Grundregel lautet: eine Suchintention, ein Thema, eine Seite. Jede wichtige Themengruppe bekommt ihre eigene Seite mit einem eindeutigen Schwerpunkt-Keyword, ergänzt um verwandte Begriffe und Synonyme im Text. Ein transaktionaler Begriff wie webdesign anfragen gehört auf eine Angebots- oder Leistungsseite, ein informativer Begriff wie wie viel kostet eine Website auf einen Ratgeber oder Blog-Beitrag. So findet jede Suchanfrage die Seite, die ihre Absicht am besten erfüllt.
Ein Fokus je Seite
Jede Seite behandelt ein Thema mit einem Schwerpunkt-Keyword. Das schafft Klarheit für Leser und Suchmaschine und vermeidet interne Konkurrenz.
Passend zur Absicht
Kaufbegriffe kommen auf Angebotsseiten, Fragen auf Ratgeber. So trifft die Seite genau die Erwartung der Suchenden.
Sauber verlinkt
Ratgeber verlinken auf die passende Leistungsseite. Interne Links führen Besucher weiter und verteilen Sichtbarkeit im ganzen Auftritt.
Diese Zuordnung nennt man Keyword-Mapping. Am einfachsten führt man dafür eine kleine Tabelle: In einer Spalte stehen die Seiten, daneben das Schwerpunkt-Keyword, die Suchintention und einige verwandte Begriffe. So sehen Sie auf einen Blick, ob jede wichtige Suchanfrage eine Heimat hat und ob nicht zwei Seiten dasselbe Wort beanspruchen. Das gewählte Keyword sollte dann natürlich im Seitentitel, in der Hauptüberschrift und im Text auftauchen, ohne erzwungene Wiederholung. Wie man daraus lesbare, überzeugende Texte macht, zeigt unser Beitrag zum Schreiben guter SEO-Texte.
Praxis-Tipp: Mit einer einfachen Tabelle starten
Typische Fehler von Einsteigern
Viele Anfänger machen dieselben vermeidbaren Fehler. Der häufigste ist die Fixierung auf das Suchvolumen: Ein Begriff mit vielen Suchen wirkt verlockend, bringt aber nichts, wenn er unerreichbar ist oder die falsche Absicht trägt. Ein zweiter Fehler ist das übermäßige Wiederholen desselben Wortes in der Hoffnung, damit besser zu ranken. Moderne Suchmaschinen verstehen Zusammenhänge und werten unnatürliche Häufungen eher ab. Ein dritter Fehler ist, mehrere Seiten auf dasselbe Keyword auszurichten, sodass sie sich gegenseitig die Sichtbarkeit nehmen. Die folgende Liste bündelt die häufigsten Stolpersteine.
- Nur auf Suchvolumen achten und Relevanz sowie Erreichbarkeit ignorieren
- Suchintention übergehen und Verkaufsseiten auf Wissensfragen ausrichten
- Dasselbe Keyword auf mehrere Seiten legen und intern konkurrieren
- Begriffe unnatürlich oft wiederholen statt verständlich zu schreiben
- Nur auf kurze Massenbegriffe zielen und Long-Tail-Chancen auslassen
- Die Recherche einmal machen und nie wieder aktualisieren
Zur Ehrlichkeit gehört, dass Keyword-Recherche keine einmalige Aufgabe ist. Sprache verändert sich, neue Produkte kommen dazu, und die Art zu suchen wandelt sich, etwa durch gesprochene Suche und KI-gestützte Antworten. Wer heute recherchiert, legt einen soliden Grundstein, sollte die Liste aber regelmäßig prüfen und ergänzen. Wie sich Sichtbarkeit im Zeitalter von KI-Antworten entwickelt, vertieft unser Beitrag zu AI Overviews und Website-Sichtbarkeit. Und wer die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung insgesamt vertiefen will, findet in unserem Beitrag zu den SEO-Grundlagen für Unternehmen den passenden Überblick. Gute Keyword-Recherche bringt am Ende nicht einfach mehr Besucher, sondern die richtigen: Menschen, die genau das suchen, was Sie anbieten.